2. Aufführung vom 27.3.2011

Wer will kann hier Kommentare zur 2. Auffürung vom 27.3.2011 hinterlassen. Würd mich freuen…

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Über Jürgen R. Weber

Jürgen R. Weber wurde in Hamburg geboren und wollte in jungen Jahren Heldentenor werden. Da er aber Bariton und zudem sängerisch unglaublich unbegabt war, studierte er bei Götz Friedrich Musiktheater-Regie. Nachdem er das Studium mit einer etwas exzentrischen, eigenen Fassung von “Die lustige Witwe” abgeschlossen hatte, komponierte er Musik für Werbefilme (”Tesakrepp Fensterdicht”). Für eine freie Gruppe schrieb und inszenierte er die Biopera “Die Rose des Himmels” über das Leben von Claudio Monteverdi. Dann wandte er sich dem Fernsehen zu um dort keine Opern sondern Seifenopern wie “GZSZ” und “Sturm der Liebe” zu spielleitern. Verschiedenen Arztserien diente er als Regisseur und Autor und auch das Serienentwickeln, (”Verliebt in Berlin”), konnte er nicht lassen. Daneben frönte er auch dem pädagogischen Eros und war u.a. Dozent für Regie an der Universität der Künste Berlin. Nach verschiedenen Kinderserien (”Die Graslöwen”, “Siebenstein”, “Löwenzahn reloaded”) zog es ihn schließlich wieder unbarmherzig zum Musiktheater und er inszenierte in Erfurt “Die Leiche im Sack”, in Leipzig “Der Graf von Luxemburg” und in Chemnitz die „Rose vom Liebesgarten“.Er inszenierte „Robin Hood“ in Erfurt „Die Lustige Witwe“ in Würzburg und „Swanhunter“ in Chemnitz. 2013 übernahm er bei der erfolgreichen Uraufführung von "MOLLY EYRE", von Tamsin Kate Walker die Regie und Ausstattung. Er arbeitet an der Musik und dem Libretto der Musicals "OKTOBERFEST" und "4Groschenoper". Außerdem schreibt und komponiert er regelmäßig für seine Zombie-Oper "WTF or a male feminists rape fantasy", vom dem Teile im September 2012 im Ballhaus Rixdorf in Berlin aufgeführt wurden. Bei der Inszenierung von DER TRAUM EIN LEBEN 2014 an der Oper Bonn war er nicht für die Regie verantwortlich, sondern übernahm auch die Rolle des "Mannes vom Felsen". Danach inszenierte er dort DIE WINTERREISE und HOLOFERNES. In Oldenburg inszenierte er HERCULES. Dabei übernahm Jürgen auch Bühnenbild und Kostüme. 2017 inszeniert er bei den Domstufenfestspielen Erfurt IL TROVATORE von Giuseppe Verdi. 2018 wird er die von ihm und Charles Hart geschriebene Oper MARX IN LONDON in Bonn inszenieren.
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14 Antworten zu 2. Aufführung vom 27.3.2011

  1. marieP. schreibt:

    Die Inszinierung hat mir sehr gut gefallen. Toll fand ich die Videoeinspielungen und den langen „Laufsteg“.Man hatte das Gefühl ein Teil der Handlung zu sein (Ich saß direkt davor!).Ich werde mir „Robin Hood“ auf jeden Fall nochmal ansehen!

  2. Man in Red schreibt:

    ..aus dem Tagebuch einer Leibwache…27. März

    …Robins Männer verscheißern mich!
    Nachdem raus kam, dass unsere Bajonetts biegsam wie Butterstullen sind, ist auch der letzte Schrecken verflogen. Wenn das so weiter geht, dann können wir den dritten Akt vergessen. Dann befreien diese Holzfäller ihren Robin direkt aus der Kantine während der Pause! Wüste Beleidigungen musste ich mir gefallen lassen…Na ja, ich muss wohl mit Blunt sprechen. Er hat uns für demnächst Munition und Stahlwaffen versprochen. Dann herrscht endlich wieder Zucht und Ordnung auf der Bühne…blöde Bogenschützen!

  3. Man in Red schreibt:

    „Robin Hood heute…“ die Vorstellung nach der Vorstellung

    Unter dem Titel „Robin Hood heute..“ versammelte sich nach der zweiten Vorstellung Erfurts Intelligenzia, gestaffelt in Dreiecksformation, zur Diskussion auf dem Catwalk vor der Bühne. Hier, wo sich keine dreißig Minuten zuvor noch Könige, Gesetzlose und zarte Frauenzimmer gegenseitig wilde Schwüre schworen, war der politische Showdown geplant. Das Publikum bestand aus mehr oder weniger Links-Autonomen und schwankte zwischen sitzen und besetzen.

    Da war der Spaß auch schnell vorbei! Links (FOH) auf der Bühne saß das Establishment in Form der Erfurter Kommunalpolitik-Prominenz von CDU und LINKE. Rechts das Triumvirat der alternativ(losen) Szene. In der Mitte klemmte der Radio F.R.E.I. Moderator. Die Sendung wurde live ausgestrahlt.

    Inhaltlich gewährten beide Seiten tiefe Einblicke, das aber würde jeden Rahmen sprengen. Wer anfangs eine hitzige Debatte erwarte, musste erstmal geduldig sein. Jedenfalls bis zum beherzten Eingreifen des Regisseurs. Vorher erinnerte die Diskussion ein bisschen an Erzählungen früh-florentinischer Senatssitzungen. Alles ziemlich harmonisch. Sogar ihren Gonfaloniere hatten die ehemaligen Hausbesetzer mitgebracht.

    Bemerkenswert war: niemand der eigentlichen Zuschauer blieb für die Diskussion. Die ca. fünfzig Politgäste waren allesamt fast ausschließlich nach der Vorstellung gekommen. Man benahm sich auch explizit ein bisschen daneben (Joints, Chips-Tüten und Schuhe auf den Sitzen) damit ja keiner auf die Idee käme, die Herren und Damen von links außen fühlten sich hier heimisch. Aber den Sittenverfall nahm gelassen in Kauf, wem es um die Sache ging. Die Sache…? Die Diskussion plätscherte dahin, wie die fröhliche Gera im Frühling. Ein wenig „Grandeza“ von rechts, ein wenig Mediocre-Kapitalismuskritik von links, neuerdings als (reine) Kritik um ihrer selbst Willen, ohne „Endziel“(dieses Wort fiel einem Autonomen aus dem Munde auf die Frage nach seiner Definition von Freiheit) in den Farben der Saison verpackt und zwischendurch noch Neues von der Fleischtheke. Man konnte sich den Eindruck nicht erwehren, dass es doch ganz beschaulich einher geht im idyllischen Erfurt. So wusste auch niemand der Befragten so recht eine Antwort auf die Frage, was denn nun eigentlich in Zukunft besser laufen sollte in der Landeshauptstadt. Beachtlich!

    Das war dann auch dem Regisseur zu viel. Einen Kunstgriff brauchte es, dann wurde handstreichartig die Stimmung gekippt. Vorbereitend führte er einen leichten Stellungswechsel von ungefähr Reihe 16 in ungefähr Reihe 4 aus und schon war Jürgen Weber Herr des Geschehens. Man hörte nur die Worte , „Kambodscha“ und „Idiot“, adressiert an den selbsternannten „Paul Lafargue“, dessen Name aber aufgrund strafrechtlicher Verfolgungen nicht genannt werden durfte. Dann folgte ein Schlagabtausch über Recht, Eigentum und Freiheit. Die versammelte Linke, leicht verwirrt, (man hatte den Feind woanders vermutet) (re)formierte sich zum Gegenangriff um die geistig-moralische Deutungshoheit, die sie schon sicher und in trockenen Tüchern wiegten, zurück zu erobern. Aber der Luftraum wurde mit der Zeit enger und Wut, Schweiß und Tränen kochten auf dem Podium, bis zum Ende.

    Oper/Opa bleib bei deinen Leisten! Das war das Zwischenergebnis; der Sozialismus, der Ché und das unterdrückte Subjekt sind zu heilig, als dass sie in einer Albert Dietrich Oper verschaukelt werden dürften.
    Schließlich konnten sich die Gäste aber dennoch auf eine gerechtere Welt einigen. Der pöbelnden Regie hatte man dazu zwischendurch eiligst das Wort entzogen. Puh, das war knapp!

    Resultat: „Deutschland muss sterben“, Autonome sind durchaus im Besitz von I-Phones (plant Apple etwa ein Marx/Engels-App?) und ob Gesetzte nun für eine gute Sache gebrochen werden dürfen, bleibt letztlich jedem selbst überlassen… möglich ist das heutzutage. Alles in allem ein würdiger 4. Akt.

    Na dann, es lebe und gedeihe das fröhliche, freie …

    • Ellen Drobe schreibt:

      Worum geht es hier?
      Oder ist das ein typischer Fall von: Man kann Seiten voll schreiben, ohne das der außenstehende Leser den Inhalt versteht? Wieder so etwas für Eingeweihte. Werde mir die Inszenierung heute trotzdem ansehen, auch wenn man mir darüber hier nichts erzählen will, was ich auch verstehe.

      • Jürgen R. Weber schreibt:

        Hallo Ellen. Das liegt hier daran, dass es nach der 2. Aufführung eine hitzige politische Livediskussion gab, die hier noch mal von den Beteiligten weitergeführt wurde. Wenn du in den Artikeln oder auch auf der Theaterseite der Erfurter Oper schaust, dann wirst du schon einge Informationen finden. Aber jetzt warst du wahrscheinlich schon drin. Schreib doch was über deine Eindrücke…

  4. Kalle schreibt:

    Alter, Du bist so ein lächerlicher Heini, daß Du’s sogar noch nötig hast, Dir selbst deine Blog-Kommentare zu schreiben. Geh‘ doch zurück zu Gute Zeiten, Schlechte Zeiten 😀

    • Jürgen R. Weber schreibt:

      Ich hatte schon die Befürchtung, dass niemand mehr unseren Blog liest. Aber das hat sich ja nun als unrichtig herausgestellt. Tatsächlich bin ich nicht Man in Red, der diesen, aus meiner Sicht sehr unterhaltsamen Text, geschrieben hat. Ich ahne, wer es ist. Aber ich werde, wenn es meine Zeit erlaubt auch noch etwas zu der spaßigen Diskussion von neulich schreiben und hier hinterlassen. LG an die Antikapitalistische Front.

  5. Man in Red schreibt:

    ..ich übernehme die volle Urheberschaft für den o.g. Kommentar und wünschte, ich könnte bei „Gute Zeiten, Schlechten Zeiten“ anheuern, sobald ich dieser Aufgabe gewachsen bin…

  6. Jürgen R. Weber schreibt:

    Hier mein Kommentar zu dem interessanten Diskussionsabend, der nach der 2. Vorstellung meiner Robin Hood – Inszenierung auf der Bühne des Erfurter Theaters stattfand. Tatsächlich hätte ich mir mehr Zuschauer und etwas mehr Pfeffer gewünscht. Eigentlich waren sich alle einig: Kapitalismus ist irgendwie was Böses. Selbst der Kollege von CDU beklagte sich über zu hohe Managergehälter. Keiner weit und breit, (außer mir), der im Kapitalismus den wunderbaren, alles immer wieder erneuernden Balsam des Lebens sieht. Wie auch immer. Irgendwann fing ich an rumzupöbeln und der Abend wurde etwas spannender. (Kein Wunder. Nach der klassischen Dramentheorie trat ich als Antagonist auf, der dem etwas zu harmonischen Stück etwas Konflikt gab). Die antikapitalistischen, hobbitgleichen Bartträger kamen nach meinen Bemerkungen endlich etwas aus sich heraus und man spürte ansatzweise echte Emotionen. Dabei wurden sie nie unhöflich oder persönlich. Wo findet man noch so ein idyllisches Revoluzzertum? Michel Houllebecq beschreibt die französischen Ultralinken in seinem wunderbaren neuen Roman „Karte und Gebiet“ als gehässige Masochisten. Nichts davon bei den Erfurter Genossen. Die Vision von einem Leben „lesend am Strand irgendwo wo’s warm ist“ teilen sie wohl mit den meisten Deutschen. Das Endziel der Revolution: Ein unübersetzbares, echt deutsches Wort: Gemütlichkeit! Das außer dieser etwas einfachen Sehnsucht nicht viel aus den jungen Hausbesetzern herauszuholen war, z.B. einen Hinweis auf das, was sie eigentlich wollten, ihre Träume und Visionen etc., hat mich natürlich etwas enttäuscht. In meiner Vorstellung ist ein Hausbesetzer ein etwas durchgeknallter aber total kreativer im wahrsten Sinne des Wortes Ver-rückter. Aber auf der Bühne an dem Abend saßen eher kleine Spießer, die unglaublich Stolz darauf waren, dass „paramilitärische Verbände“ (damit war wohl die Polizei gemeint), sie aus dem Haus vertrieben haben. Der eine, der sich Christian nannte aber in Wirklichkeit Matthias hieß, erzählte von der Räumung wie ein Veteran aus dem 2. Weltkrieg, der stolz jedem der zuhört erklärt, wie lange er gegen die „Iwans“ ausgehalten habe. Interessant ist, dass die Ablehnung des Kapitalismus teilweise religiöse Züge annimmt: Der Kapitalismus ist so was wie der Antichrist, der für Umweltverschmutzung, Ungerechtigkeit, Impotenz, alle Böse, (und natürlich besonders das eigene Scheitern), verantwortlich ist. Wie wir später am Abend nach ein paar Bier und Wodka am Wenigemarkt feststellen mussten, kann das dann bei ganz jungen Genossen auch mal leicht kippen und statt des Kapitalismus ist es dann, (trotz allen vorherigen Beteuerungen für Asyl und Toleranz zu sein), ein Moslem, der an allem Schuld ist. Man holt schreiend das Pfefferspray heraus und „scheißt auf den Koran“. Tja. Horst Mahler lässt grüßen. Das Ganze endete dann zum Glück nur mit ein paar Scherben, die der sehr nette Kellner aus Pakistan dann wegfegte. Ich hoffe nur, dass einige von denen, die bei der Diskussion dabei waren oder sie am Radio verfolgt haben, sich ein eigenes Bild von meiner „Robin Hood“ Inszenierung machen werden. Es lohnt sich auf jeden Fall! In diesem Sinne: Seid bereit!

  7. Der Antagonist schreibt:

    Wer sich ein realistisches Bild von der Diskussion machen will findet hier den Link:
    [audio src="http://freieradios.net/mp3/20110328-podiumsdisku-39986.mp3" /]

    Viel Spaß beim hören! Es lohnt sich!

    • Der Antagonist - "Agent Provocateur" schreibt:

      Interessant sind hier besonders folgende Zeiten: Zeitindex
      22 Minuten 35 Sekunden und Zeitindex 37 Minuten 20 Sekunden bis 50
      Minuten 45 Sekunden! Hört mal rein!

      PS: Am Samstag den 02.04. spielt nach der Aufführung der Oper Quetschenpaua/Yok im Theater! Welchen Hintergrund hat das? Und wie ist das in die Logik des Stückes und Auftretens des Regisseurs einzuordnen?

      • Jürgen R. Weber schreibt:

        Ich hoffe, dass am Samstag sowohl der „Robin Hood“ als auch Quetschenpaua/Yok gut besucht sind. Ich glaube, dass die Oper evtl. sogar erwägt bei dem Kauf eines Operntickets den Besuch des Konzertes danach umsonst zu gestatten. Falls jemand mich persönlich zur Inszenierung befragen oder mir Obst oder Gemüse als Ausdruck des Abscheus an die Birne werfen will: Ich werde voraussichtlich am 9. April und am 29. April höchstselbst anwesend sein. LG aus dem revolutionären „Gorki Park“ in Berlin / Mitte.

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